Studentinnenhaus Sonnegg
Underdog: How classical music changed my life – Holly Hyun Choe

Hinter jedem Talent steckt eine einzigartige Geschichte mit Sonne und Schatten und vor allem mit einer kräftigen Leidenschaft: für Holly Hyun Choe war sie die Musik, die sie zur Entdeckung ihrer Berufung führte. Heute ist Holly eine erfolgreiche Dirigentin. In einer informellen, freundlichen Atmosphäre in Sonnegg, erzählte sie uns über ihren Beruf und ihren Weg dahin. Es wurde uns sofort klar, dass alles im Leben zur Verwircklichung eines Traums mitspielen kann. Es braucht dazu Talent, Hoffnung und viel, viel Übung! Vielen Dank Holly, dass du deine Zeit mit uns geteilt hast und mit deinem Humour, Motivation und Energie uns alle inspierieren konntest.

Sustainability – Was kann ich selbst dazu beitragen?

Diese Woche fand in Sonnegg wieder ein spannender Vortrag zu einem höchst aktuellen Thema statt. Frau Petrissa Eckle, Direktorin des sus.lab von der Gruppe Sustainability& Technology der ETH Zürich, referierte über „Globale Herausforderung und ein gutes Leben für 10 Mrd. Menschen“. Zuerst lieferte sie den Anwesenden einen interessanten, wenn auch etwas ernüchternden, Überblick über Fakten und Zahlen zu Klimawandel und CO2-Emissionund damit verbundene Ziele, die die Menschheit sich gesetzt hat, um den entstandenen (und noch entstehenden) Schaden einzudämmen. Auch stellte sie uns laufende Projekte ihrer Gruppe am sus.lab vor und gab uns damit einen Eindruck von möglichen Lösungsansätzen, wie die CO2-Emission in Zukunft drastisch reduziert werden kann.

Erst richtig wurde die Diskussion aber entfacht, als Frau Eckle zur Frage kam, wie man selbst „moresustainable“ sein kann. Zu den grössten„CO2-Sünden“ gehören Dinge wie Flugreisen, Autofahren und Fleischkonsum, also gilt es gerade diese möglichst zu reduzieren.

Wenn man als normaler Durchschnittsbürger – geprägt von den Medien, verschiedenen Extremen und eigenen Erfahrungen – vor solche Problematiken gestellt wird, ist es oftmals schwierig, diese richtig einzuschätzen und eine vernünftige Linie zu finden. Man fragt sich, ob man von nun an komplett aufs Fliegen oder Fleisch-Essen verzichten muss oder ob man auch noch ein guter Mensch ist, wenn man trotzdem ab und zu ein Flugticket bucht und Fleisch konsumiert. Wo ist da die Grenze? Es war schön zu sehen, dass auch Experten wie Frau Eckle keine absoluten Extremisten sind und die perfekte Antwort darauf nicht kennen – das Ganze wirkt so irgendwie glaubwürdiger. Auf jeden Fall haben der Vortrag und die darauf folgenden Diskussionen zum Denken angeregt. Vielen Dank für diese spannenden Informationen und Inputs!

Mittagessen in Quartier, Frühlingssemester
Wieso wird ein Mensch süchtig? prakt. med. Maja Hess

Ausgehend vom Bericht über die offene Drogenszene auf dem Platzspitz in Zürich in den 80-er und 90er-Jahren, erklärte uns Maja Hess, welche Faktoren bei einem Menschen dazu führen können, süchtig zu werden. In eindrucksvoller Weise schilderte sie auch, wie damals ein Programm erarbeitet wurde, um diesen Menschen zu helfen. Insgesamt förderte der interessante Vortrag unser Verständnis für abhängige Menschen und zeigte uns Wege auf, wie ihnen effektiv geholfen werden kann. Vielen Dank für diese wertvollen Inputs.

Gemeinsam Znacht

Dieses Semester pflegen wir eine neue Art von sozialem Engagement: Gemeinsam Znacht. Eine Initiative, die in Zürich gegründet wurde und bereits in mehreren Schweizer Städten gepflegt wird. Flüchtlinge werden von Einheimischen eingeladen für ein gemeinsames Abendessen, um ihnen einen Einblick in unsere Kultur zu gewähren und um sich gleichzeitisich selber für uns unbekannte Menschen zu öffnen.

Unsere jungen Gäste kamen einmal aus Syrien, ein anderes Mal aus Afghanistan. Wir hatten jeweils ein gemütliches Abendessen mit einem feinen Menu, zum Beispiel Gemüselasagne, Salat und zum Dessert Zitronen-Mousse. Im Anschluss setzten wir uns im zusammen zum Plaudern. Bei einer Tasse Tee und Guetzli gab es einen angeregten Austausch. Die Stimmung war sehr angenehmen. Die Flüchtlinge haben uns über ihre jeweilige Geschichte erzählt, über ihre aktuelle Situation in der Schweiz, über ihre Familien….Wir haben ihnen erklärt wie unsere Ausbildung funktioniert. Unter anderem haben wir uns über Sprachen unterhalten und sie haben uns ein paar Worte Arabisch beigebracht und erklärt, wie diese Sprache funktioniert. Auch erklärten wir uns gegenseitige verschiedene kulturelle Bräuche und Feste.

Insgesamt hat uns dieser Anlass sehr bereichert. Wir haben durch unsere Gäste eine für uns ganz fremde Realität kennengelernt und waren beeindruckt, was diese jungen Menschen mitgemacht haben und mit welchem Mut sie in die Zukunft gehen. Wir waren sehr berührt und wurden zum Nachdenken angeregt.

Mittagessen im Quartier
Am 28, Oktober war es wieder soweit. Ein paar Studentinnen von Sonnegg trafen sich mit älteren Leuten vom Kreis 6 im Quartierhaus, um gemeinsam ein Mittagessen zu kochen. Patricia, die diesen Event organisiert, ist leider krank und kommt mit letzter Kraft vorbei, um die Zutaten zu bringen: herzlichen Dank! Nachher muss sie schnell nach Hause ins Bett. Die anderen beginnen gemeinsam, die Arbeit aufzuteilen: es gilt den Teig vorzubereiten, Gemüse zu rüsten, Salatsauce zuzubereiten und ein Dessert zusammen zu mischen. Viel Arbeit, so dass alle beschäftigt sind. Dabei teilt die ältere Generation von ihrer langjährigen Lebens- und Kocherfahrung mit. Es entsteht eine nette Atmosphäre mit einem regen Austausch und gegenseitiger Anteilnahme! Nach dem feinen Zmittag verlängert sich der Anlass beim Kaffee bis in den frühen Nachmittag, bis einer um der andere aufbrechen muss. Und für viele steht schon klar, auch nächstes Semester werden sie wieder dabei sein!
Latein, das English von früher

Letzten Mittwoch hatten wir Frau Prof. Carmen Cardelle für einen Vortrag zum Thema «Latein, das
Englisch von früher» in Sonnegg zu Gast.
Frau Prof. Cardelle sprach darüber, wie sich das Latein durch die Jahrhunderte hindurch entwickelt
hat und zog Parallelen zum Englischen in der Gegenwart. Latein war die Sprache des Römischen
Reiches in Europa, Nordafrika und einem Teil von Asien. Die Leute in diesen Gebiete haben es bis
ungefähr ins 17. Jahrhundert verstanden. Es war sehr interessant zu lernen, dass die Mobilität
zwischen den Universitäten im Mittelalter sehr gross war, weil alle Fächer und Bücher auf Latein
geschrieben wurden. Je mehr Leute Latein gesprochen haben, desto mehr hat sich die Sprache nach
und nach vereinfacht. Das Ziel war eine klare Kommunikation und im Gegenzug wurde die Schönheit
und Eleganz der Sprache teilweise verloren.
Etwas Ähnliches geschieht mit dem Englischen heutzutage. Im 21. Jahrhundert ist Englisch die
«Vatersprache» aller Wissenschaftler. Englisch (wie das Latein in der Vergangenheit) hat klare
Bedeutungen und ist relativ einfach zu lernen. Leider wird dafür die Struktur des Englischen Schritt
für Schritt vereinfacht. Beide, Latein und Englisch, sind sehr flexible Sprachen. Das hilft den Leuten,
die Angst zu verlieren, diese Sprache zu benutzen. Lustig war es auch zu erfahren, dass die Freiheit in
der Benutzung des Lateins teilweise durch schlechte Übersetzungen der Bibel herrührt. Das Latein ist
da nicht ganz korrekt angewandt, aber niemand würde sich trauen zu sagen, dass die Worte der
Bibel falsch sind.
Die Gefahr der sprachlichen Freiheit ist nebst allen Vorteilen, dass es in der Zukunft wahrscheinlich
nicht eine englische Sprache geben wird, sondern mehrere. Andere Sprache wie Französisch oder
Spanisch sind durch die Sprachakademien stark geregelt. Das vermeidet grosse Änderungen über die
Zeit, macht es aber schwieriger, dass sich eine Sprache global durchsetzt.
Auch die Politik beeinflusst die Entwicklung der Sprache. Nach dem Latein wurde das Deutsch als
wissenschaftliche Sprache genommen, das Französisch als Sprache der Diplomatie. Nach dem Sieg
der USA im 2. Weltkrieg gewannen die Amerikanische Universitäten und somit das Englisch an Kraft.
Am Ende des Vortrags gab es Zeit für Fragen und für einen informellen Austausch, wobei Frau Prof.
Cardelle über die Rolle der Frau an der Universität gesprochen hat und mit uns ihre persönlichen
Erfahrungen bezüglich des Gleichgewichts zwischen Karriere und Familie geteilt hat.
Vielen Dank an Frau Prof. Carmen Cardelle für Ihren spannenden Vortrag!
(Marina Martinez de Aguirre)

Auf den Spuren der letzten matriarchalischen Gesellschaft

Wovon wohl schon jeder einmal geträumt hat, das ist für Paola Arrizi und ihre Kollegin Chloé wahr geworden: bei einem Wettbewerb eine Reise zu gewinnen. Und zwar die, die man sich selber gewünscht und ausgesucht hat. So lautete die Aufgabenstellung eines Wettbewerbes, den die zwei Gymnasiastinnen gemeinsam gemacht haben: Plane deine Traumreise! Ihre Reise führte auf äusserst abenteuerliche Weise während fünf Wochen durch China und Nepal…Meist auf eigene Faust, mit tagelangen Zugfahrten und nur teilweise einer Reisegruppe angeschlossen, lernten sie eine ganz andere Kultur kennen und waren überrascht und erfreut über die freundliche und wohlgesinnte Aufnahme durch Menschen, mit denen sie sich zum Teil nur durch Zeichen verständigen konnten. Enttäuschend war nur: die matriarchalische Gesellschaft existiert wohl nur mehr als Touristenattraktion. Nichtsdestotrotz: die Reise war ein tolles Erlebnis und wir haben uns gefreut, diesen spannenden Reisebericht zu hören!

Ein Leben mit Musik

Musik – für beinahe jeden von uns spielt sie eine gewisse Rolle in unserem Leben. Auf dem Weg zur Arbeit im Tram kommt sie aus unseren Kopfhörern und auch im Fernsehen, Radio, ja, sogar in Fahrstühlen und Kaufhäusern ist alles musikalisch untermalt. Aber wie sieht ein Leben aus, in dem Musik vollständig im Mittelpunkt steht?

Sebastian Bohren,  einer der bekanntesten Schweizer Violinisten, war bereit, uns in Sonnegg von seinem aufregenden Leben zu berichten. Er selbst hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und reist sowohl mit dem  Stradivari-Quartett als auch als Solist um die Welt, um über 90 Konzerte im Jahr zu spielen. Außerdem hat er bereits einige CDs eingespielt, auf einer davon sogar Beethovens berühmtes Violinenkonzert.

Ein Leben mit Musik, das wird während seinen Erzählungen klar, ist ebenso anstrengend wie aufregend. Bereits jetzt plant Sebastian Bohren Auftritte für das übernächste Jahr, wirklich loslassen kann er die Musik niemals.

Dass es sich allerdings auszahlt, so viel in eine Leidenschaft zu investieren, kann ein Teil von uns nicht nur in Sonnegg, sondern auch auf beim Konzert  aus der Reihe „Winterklänge am Zürichsee“ in Horgen hören, zu dem Sebastian Bohren großzügig Freikarten verteilt. Dort, auf der Bühne gibt es auf einmal nur noch ihn und seine Geige als er Schuberts Rondo für Violine und Streichorchester spielt.

Wir danken Sebastian Bohren, dass er uns mitgenommen hat in seine Leben mit Musik und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.

Sustainable Cities

Das Leben in Grossstädten bildet eine besondere ökologische Herausforderung durch den hohen Bedarf von Ressourcen auf verhältnismässig kleinem Raum. Es wird unglaublich viel Wärme und Abfall produziert…Die Städte werden immer heisser, die Kühlung erfordert zusätzliche Energie…Alles diese Phänomene können besonders gut auf einer Insel erforscht werden, wo die meisten Rohstoffe importiert und Abfalle abtransportiert werden müssen. Wohl aus diesem Grund hat die ETH ein grosses Forschungsprojekt zu diesem Thema in Singapur. Prof. Edwards hat dieses Projekt während Jahren angeleitet und unzählige Reisen in diese Stadt unternommen. Auf beeindruckende Art schilderte er uns die Problematik, aktuellen Forschungsergebnisse und eröffnete beeindruckende Perspektiven für die moderne Planung von Urbanisierungen und Grossstädten in der ganzen Welt. Vielen Dank, Herr Professor Edwards für diesen spannenden Einblick!

The Future of Digital Banking

Wer von uns verwendet regelmäßig eine Bankapp?

Mit dieser scheinbar simplen Frage beginnt Kristine Braden (City Country Officer and Corporate & Investment Banking Head Switzerland, Monaco and Liechtenstein) ihren Vortrag über die Zukunft der Bankenwelt.

Durch ihre Einstiegsfrage wird schnell klar, dass das Bankwesen sich fundamental verändern muss, um in unserer Welt seine Stellung zu behalten. Alles wird digitaler, globaler und schnelllebiger. Daraus erwachsen neue Chancen, allerdings auch große Herausforderungen. Banken müssen in Zukunft international arbeiten, um ihre Kunden dauerhaft zu halten und sich ohne die Unterstützung nationaler Parlamente gegen Tech-Giganten wie Google, Facebook, Amazon & Co. behaupten. Auch die zunehmende Cyberkriminalität, die sich nur schwer zurückverfolgen lässt, wird Banken in Zukunft vor immer größere Herausforderungen stellen.

Ohne Veränderungen lassen sich diese Hürden kaum nehmen: Die alten, hierarchischen Strukturen und Denkweisen werden die großen Banken weltweit in den nächsten Jahren ablegen müssen, um Aufgabenstellungen flexibel zu bewältigen.

Mit ihren Insider-Einblicken in die Finanzwelt hat uns Kristine Braden einen Ausblick in die Zukunft des „Digital Banking“ ermöglicht, die damit verbundenen Probleme aufgezeigt und uns nachdenklich gemacht. Wir danken ihr daher für ihre Zeit und ihr Engagement und wünschen Ihr für ihre berufliche und private Zukunft alles Gute.

Bücher bewegen die Welt….

…. umso bedeutender sind daher diejenigen, die hinter ihrem Entstehungsprozess stecken und die Entscheidungen darüber treffen, welche Manuskripte es schlussendlich in die Regale der Buchhandlungen schaffen. Die Berufsbezeichnung hierfür: Verleger.

In unserer Welt, die immer gewinnorientierter, digitalisierter und globaler wird, sehen sich Autoren und Verleger gleichermaßen mit neuen Chancen, aber auch Herausforderungen konfrontiert. Wir hatten deshalb in Sonnegg am 11. Oktober Estelle Gitta vom Eclectica-Verlag zu Besuch. Als Verlegerin beschäftigt sie sich intensiv mit den Entwicklungen des Buchmarktes.

Der Eclectica-Verlag ist klein: gerade einmal sechs bis acht Bücher pro Jahr kann Estelle Gitta herausbringen. Mehr Manuskripte erhält sie allein innerhalb von einer Woche. Die Entscheidung, die richtigen Bücher auszuwählen, fällt ihr vermutlich auch deshalb nicht leicht. Dennoch hat sie ein klares Konzept für den Eclectica-Verlag und möchte vor allem besonders individuelle Werke, die bei großen Verlagen keine Chance hätten, fördern. Die wenigen Manuskripte, die von Estelle Gitta auserwählt werden, fördert sie dann auch mit vollem Herzblut bis zu ihrer Veröffentlichung.

Wir danken Frau Gitta für den Einblick, den sie uns in den spannenden Beruf der Verlegerin ermöglicht hat. Ein wenig hat ihr Vortrag uns auch wachgerüttelt und bewusst gemacht, dass es sich lohnt, neben den großen,  publikumsorientierten Verlagen auch einmal die kleineren Akteure auf dem Buchmarkt wahr zu nehmen, denn auch sie leisten Großes.