Latein, das English von früher

Latein, das English von früher

Letzten Mittwoch hatten wir Frau Prof. Carmen Cardelle für einen Vortrag zum Thema «Latein, das
Englisch von früher» in Sonnegg zu Gast.
Frau Prof. Cardelle sprach darüber, wie sich das Latein durch die Jahrhunderte hindurch entwickelt
hat und zog Parallelen zum Englischen in der Gegenwart. Latein war die Sprache des Römischen
Reiches in Europa, Nordafrika und einem Teil von Asien. Die Leute in diesen Gebiete haben es bis
ungefähr ins 17. Jahrhundert verstanden. Es war sehr interessant zu lernen, dass die Mobilität
zwischen den Universitäten im Mittelalter sehr gross war, weil alle Fächer und Bücher auf Latein
geschrieben wurden. Je mehr Leute Latein gesprochen haben, desto mehr hat sich die Sprache nach
und nach vereinfacht. Das Ziel war eine klare Kommunikation und im Gegenzug wurde die Schönheit
und Eleganz der Sprache teilweise verloren.
Etwas Ähnliches geschieht mit dem Englischen heutzutage. Im 21. Jahrhundert ist Englisch die
«Vatersprache» aller Wissenschaftler. Englisch (wie das Latein in der Vergangenheit) hat klare
Bedeutungen und ist relativ einfach zu lernen. Leider wird dafür die Struktur des Englischen Schritt
für Schritt vereinfacht. Beide, Latein und Englisch, sind sehr flexible Sprachen. Das hilft den Leuten,
die Angst zu verlieren, diese Sprache zu benutzen. Lustig war es auch zu erfahren, dass die Freiheit in
der Benutzung des Lateins teilweise durch schlechte Übersetzungen der Bibel herrührt. Das Latein ist
da nicht ganz korrekt angewandt, aber niemand würde sich trauen zu sagen, dass die Worte der
Bibel falsch sind.
Die Gefahr der sprachlichen Freiheit ist nebst allen Vorteilen, dass es in der Zukunft wahrscheinlich
nicht eine englische Sprache geben wird, sondern mehrere. Andere Sprache wie Französisch oder
Spanisch sind durch die Sprachakademien stark geregelt. Das vermeidet grosse Änderungen über die
Zeit, macht es aber schwieriger, dass sich eine Sprache global durchsetzt.
Auch die Politik beeinflusst die Entwicklung der Sprache. Nach dem Latein wurde das Deutsch als
wissenschaftliche Sprache genommen, das Französisch als Sprache der Diplomatie. Nach dem Sieg
der USA im 2. Weltkrieg gewannen die Amerikanische Universitäten und somit das Englisch an Kraft.
Am Ende des Vortrags gab es Zeit für Fragen und für einen informellen Austausch, wobei Frau Prof.
Cardelle über die Rolle der Frau an der Universität gesprochen hat und mit uns ihre persönlichen
Erfahrungen bezüglich des Gleichgewichts zwischen Karriere und Familie geteilt hat.
Vielen Dank an Frau Prof. Carmen Cardelle für Ihren spannenden Vortrag!
(Marina Martinez de Aguirre)

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